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Agamen Afrikas
P. Fritz & G. Lehmann
Trapelus
(P. Müller)
Laudakia stellio
(P. Fritz)
Laudakia melanura
(J. Hauke)
Tympanocryptis
(P. Fritz)
Pogona
(G. Lehmann)
(J. Bednarski)

Hallihallo,

Bitte habt noch etwas Geduld bis die Seite weiter gefüllt wird und lest
-die Wartezeit überbrückend- derweilen auf unserer 'Mutterhomepage',

Agamen

atricollis

Agamen gehören zu den beliebtesten in Terrarien gepflegten  Echsen, dennoch lässt sich feststellen, dass relativ wenig Arten längerfristig in Deutschland gehalten und vermehrt werden. Besonders die wunderschönen afrikanischen Agamen fristen in der Terraristik noch ein Schattendasein.

Getreu dem Motto „billige, schöne bunte Echsen“ bietet der Handel häufig Wildfänge afrikanischer Agamen als Siedler-, Steppen- oder Wüstenagamen für sehr wenig Geld an. 
Für viele ein leider selten über ein ½ Jahr hinaus gehender Einstieg in die Terraristik, da keine oder falsche Haltungsparameter übermittelt werden und die Tiere in einem gesundheitlich schlechtem Zustand sind (Parasiten, Dehydrierung, Stress und Krankheitsausbruch durch Transportmarathon…). 
Häufig wird die Art nicht korrekt bestimmt, geschweige denn ein Fundort benannt; das Verbreitungsgebiet einiger Gattungen ist aber so immens groß, dass es unterschiedliche Biotope, Höhenlagen und entsprechende Klimabedingungen aufweist.

Die Sammelgattung Agama DAUDIN 1802 wird beispielsweise häufig lediglich pauschal als Siedleragame angeboten, Agama armata, A. atra und A. aculeata gleichermaßen als afrikanische Fels-, Stachel- oder schlichtweg ebenfalls nur Siedleragame angeboten. 
Oft erhält man jedoch auch unterschiedliche Arten als dieselbe. Oder in Umkehrung werden aus Unkenntnis gleiche Arten unter unterschiedlichen wissenschaftlichen Bezeichnungen verkauft.
Ebenso ist bei den häufig ebenfalls günstig im Handel zu findenden Acanthocercus atricollis anhand derzeit noch ungenügenden Bestimmungsschlüsseln eine Unterartbestimmung kaum möglich. 

Es sollte von daher dringend vermieden werden, Tiere unsicherer und damit unter Umständen unterschiedlicher Herkunft miteinander zu vergesellschaften bzw. zu verpaaren. Die Gefahr unerwünschter Unterartbastarde wäre so ausgeschlossen.

Besonders eindrucksvoll sind Farbenvielfalt und Farbwechselvermögen der afrikanischen Vertreter dieser Echsenfamilie.
So sind sie morgens recht dunkel, um die Strahlungswärme der Sonne aufzunehmen, dazu vergrößern sie die Oberfläche ihres Körpers, indem sie diesen zum besseren Absorbieren der Sonnenstrahlen abflachen. 
Haben sie ihre Vorzugstemperatur erreicht, hellen sie sich auf. Die größte Mittagshitze verbringen sie meist an einem (halb)schattigen Platz, am Nachmittag weisen sie dann die größte Farbintensivität und Farbenpracht auf.

Während die Weibchen vieler Arten während der Trächtigkeit recht kontrastreich gezeichnet sind , ist ihre Normalfärbung eher unauffällig grau/braun. Dahingegen sind afrikanische Agamenmännchen häufig bunt gefärbt, besonders schön anzusehen sind beispielsweise die ‚Balzkleider’ der Siedler- oder Blaukehlagamen.
Die besondere, intensive Färbung dient den Agamen als Erkennungsmerkmal untereinander, dies vermutlich eventuell inklusive der Vermeidung der Bastardisierung verschiedener (Unter)Arten. Diese These gälte es allerdings noch wissenschaftlich zu belegen.

Acanthocercus Laudakia Agama brachydactyla Trapelus Xenamagama

Agamen sind in allen ökologischen Nischen von Steppen, Savannen und Wüsten, über Felslandschaften bis hin zu Regen- und Gebirgswäldern zu finden. Während Busch- und Baumbewohner meist einen lateral (seitlich) abgeflachten Körperbau haben, sind Bodenbewohner dorsal (am Rücken) abgeflacht.
Wie alle Agamen sitzen auch deren ausschließlich tagaktive afrikanische Vertreter gerne auf exponierten Plätzen, von denen sie einen Überblick über ihr Revier haben, somit eindringende Rivalen, Prädatoren und Futtertiere sofort bemerken können. Dabei gebührt dem ranghöchsten Männchen auch der höchste Platz.

Eine Übersicht der konkreten Verbreitung von afrikanischen Agamen lässt sich 

auf der HP der DGHT-AG Agamen unter 

Vorkommen in Ländern und Regionen / Afrika finden.

Alles in allem ist zwar davon abzuraten, Tiere unbestimmter Herkunft im Handel zu erwerben, bei guter Pflege, Einhaltung der benötigten Haltungsparameter und ihnen angemessener Unterbringung sind jedoch auch eingewöhnte afrikanische Agamen dankbare und vor allem sehr interessante Pfleglinge.

So bleibt uns Liebhabern dieser besonders interessanten Gattungen nicht nur ein reger Informationsaustausch, sondern ebenso die Unterstützung der herpetologischen Wissenschaftler durch fundierte Untersuchungen und Berichterstattung zu wünschen.

Systematische Einordnung

Die Systematik der bisher wenig erforschten afrikanischen Agamen wird momentan überarbeitet, neben noch nicht lange möglicher Bestimmung anhand genetischen Materials wird die Kategorisierung des Verwandtschaftsverhältnisses untereinander neu sortiert und uns erwarten zukünftig umfangreichere Revisionen zu Gattungen, Arten und Unterarten. 

Folgende Agamen-Gattungen sind nach momentanem Kenntnisstand (06/09) in Afrika zu finden:

Acanthocercus FITZINGER 1843
Agama DAUDIN 1802
Calotes LINNAEUS 1758
Laudakia GRAY 1845
Pseudotrapelus HEYDEN 1827
Trapelus CUVIER 1817
Xenagama BOULENGER 1817
Uromastyx MERREM 1820


Kurzportraits zu den einzelnen Gattungen sind zu finden
 unter    Afrikanische Agamen

©2009   Peter Fritz & Gaby Lehmann 
 
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Haltung

Acanthocercus atricollis

 SMITH 1849

Acanthocercus

Neben den arabischen Arten 
-  Acanthocercus adramitanus ANDERSON 1896 und
-  Acanthocercus yemenensis
KLAUSEWITZ 1954 
stammen aus dem Osten Afrikas (von Äthiopien bis in den Norden Südafrikas):

-  Acanthocercus annectens BLANFORD 1870,  
-  Acanthocercus atricollis SMITH 1849,
-  Acanthocercus cyanogaster RÜPPELL 1835
-  Acanthocercus guentherpetersi LARGEN & SPAWLS 2006,
-  Acanthocercus phillipsii BOULENGER 1895 und 
-  Acanthocercus zonurus BOULENGER 1895.


Terrarium

Blaukehlagamen  leben ursprünglich in trockenen Baumsavannen und lichten Wäldern verschiedener Höhenlagen. Acanthocercus atricollis sind überwiegend busch- und baumbewohnend. Seltener sind sie auf Felsen und Steinhaufen zu finden, sie bevorzugen dabei den Aufenthalt auf Stämmen und Ästen von Akazien und Brachystegia. Diese gelten als 'Nektarspender' und sind somit Tummelplatz für Bienen. So dass sich die Vorliebe und Geschicklichkeit von Acanthocercus für den Fang von Wespen und Fliegen erklären könnte. 

Entsprechend ist ein hohes Terrarium (nicht unter 120 cm Höhe) mit vielen Klettermöglichkeiten und verzweigten Ästen für diese mit gut 36 cm Gesamtlänge relativ kleinen Baumagamen einzurichten. 
Neben dem klassischen Sonnenplatz gilt es also auch halboffene, etwas schattigere Verstecke -insbesondere im oberen Bereich (unter anderem als Schlafstelle)- anzubieten.

Eine eingebrachte (nicht giftige) Pflanze erfüllt nicht nur dekorative Zwecke, sondern dient ebenso dem Sichtschutz und kann das Klima im Gehege (Regulation Luftfeuchte) verbessern. Ebenfalls ist sie mitunter als zusätzliche Nahrungsquelle willkommen. Acanthocercus ernähren sich omnivor, wobei der insectivore Nahrungsanteil überwiegt.
Blaukehlagamen sind sehr aktiv und neugierig, ist Futter in Sicht, kann –einmal im Terrarium eingewöhnt- auch schon mal die Scheu vor dem Menschen vergessen werden. 

In Anpassung an die Umgebungstemperatur variieren sie zur Thermoregulation in ihren Farben. Bei den Männchen können alle Variationen zwischen beige-gelb und grün-blau bewundert werden. Das imposanteste, variationsreichste Farbenkleid ist jedoch während der Paarungszeit, sowie bei Droh- und Imponiergebärden zu beobachten. 
Bei Gefahr fliehen Acanthocercus zunächst auf die andere Seite des Baumstammes. Sollten sie eventuellen Prädatoren nicht ausweichen können, drohen sie das kräftige Orange ihrer Mundschleimhäute zeigend mit aufgerissenem Maul. 

A. atricollis hat einige Unterarten, deren exakte Bestimmung und systematische Einordnung äußerst schwierig ist. Die Gattung Acanthocercus (inklusive ihrer Arten und Unterarten) bedarf dringend einer systematischen Revision. 
Wie oben schon ausführlicher erwähnt, ist -besonders zur Vermeidung der Mischung verschiedener Unterarten- dringend Vorsicht beim Kauf aus unsicheren Quellen anzuraten.

      Haltung
                 von
       Jürgen Bednarski
       
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Literatur
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Manthey, Ulrich: Agamen der Welt;
(Chimaira) Frankfurt/Main 2007
Manthey, Ulrich/Schuster, Norbert: Agamen, (Hesselhaus & Schmidt) Münster 1999
Manthey, Ulrich: Teralog Agamen des südlichen Asiens 1. (Chimaira) Frankfurt/Main 2008 Henkel, F.W./Schmidt, W.: Agamen im Terrarium;  (Landbuch) Brunsbek 1997
Manthey, Ulrich: Teralog Agamen des südlichen Asiens 2Draconinae 2 - Leiolepidinae; (Chimaira) Frankfurt/Main  2009 Wilms, Thomas: Dornschwanzagamen. Lebensweise, Pflege und Zucht. (Herpeton) Offenbach 1995
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